Schnupftabakflaschen wurden von den Chinesen in der Qing-Dynastie verwendet, um Tabak in Pulverform aufzubewahren. Rauchtabak war in dieser Zeit illegal, aber die Verwendung von Schnupftabak war erlaubt, denn die Chinesen sahen Schnupftabak als Gegenmittel bei gewöhnlichen Krankheiten an.
Schnupftabakfläschchen kamen ursprünglich nicht aus China sondern wurden vom italiensischen Jesuitenpriester Matteo Ricci im frühen siebzehnten Jahrhundert eingeführt. Doch die Chinesen haben dieses europäische Handwerksstück durch die Bemalung der Innenflächen der Schnupftabakfläschchen verschönert. Die Legende erzählt, dass ein Beamter der Qing Dynastie (1644-1911) mit einem dünnen Bambusstäbchen aus der leeren Flasche die letzten Tabakkrümel herauskratzen wollte. Ein Mönch bemerkte die durch das durchsichtige Glas scheinenden feinen Linien, die dieser Vorgang verursacht hatte, und kam auf die Idee, die Innenseite der Fläschchen ganz zu bemalen.
Bemalte Schnupftabakfläschchen sind meistens aus Glas, aber für die kostbareren werden auch Jade oder Kristallachat verwendet. Diese kleinen Objekte, die oftmals nicht mehr als sechs oder sieben Zentimeter hoch und vier bis fünf Zentimeter breit sind, werden zuerst als flaches Fläschchen geformt und innen mit Eisensand abgerieben, bis eine glatte, milchig weiße Innenoberfläche entsteht. Nach dem Entfernen des überschüssigen Sandes wird die Innenseite mit einer detailgenauen Malerei versehen, die mit einem an der Spitze gebogenen Bambuspinsel ausgeführt wird. Da die Flaschenhälse meistens sehr eng sind, bedarf das Malen der schmucken Blumen, Vögel, Landschaften oder historischen Szenen einer besonderen Kunstfertigkeit und Geduld.
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