Chinesischer Wein hat eine mehr als fünftausendjährige Geschichte und dabei einen ganz eigenen Stil entwickelt. Wein als Kulturgut hat eine besonderen Platz in der traditionellen chinesischen Kultur. Diese hat über die Jahrtausende alle Bereiche des sozialen Lebens durchdrungen und ist verwoben mit sozialen und ökonomischen Aktivitäten. Mit der Einführung eines staatlichen Weinmonopols durch Kaiser Wu in der Han-Dynastie und der Besteuerung von Weinanbau und Handel wurden die Steuereinnahmen daraus eine der Haupteinnahmequellen des Staates.
Die Einnahmen aus der Weinsteuer flossen in die militärische Rüstung und den Krieg. Dies war entscheidend für das Überleben oder den Untergang des Landes. In manchen Dynastien wurden die Weinsteuer oder die Einnahmen aus dem Monopol darauf auch für Arbeitsdienste und Ähnliches eingesetzt. Um die hohen Profite aus dem Weingeschäft haben der Staat, Kaufleute und das Volk häufig gekämpft. Die Kaiserlichen Erlasse zum Wein haben so nicht zuletzt auch zum Wechsel von Dynastien, Abdankungen von Kaisern und und anderen staatlich bedeutsamen Ereignissen beigetragen.
Chinesen unterteilen die Bedeutung von Wein in drei Kategorien: zur Heilung von Krankheiten, zur Lebensverlängerung und als Ausdruck von Lebensart und Etikette. Über die Jahrtausende war die Verwendung des Weins nicht auf die genannten drei Bereiche beschränkt und wurde auch zur Freude, als Sorgentröster und Mutmacher genossen. Weinkonsum war auch verantwortlich dafür, dass Menschen sich selbst vernachlässigten, verwirrt wurden und Wein schließlich zu einer großen gesundheitlichen Gefahr wurde. Es gab aber nur wenige Herrscher, die dem Weingenuss so frönten, dass dies zu katastrophalen Zuständen führte, unter denen die ganze Nation litt.
Im Großen und Ganzen ist Wein ein Ausdruck von Kultur und Zivilisation. Die Kulturgeschichte einer Gesellschaft muss immer parallel zur ihrer Kulturgeschichte des Weins betrachtet werden. Die vielfältige Bedeutung der chinesischen Weinkultur führt so zu einleuchtenden Erkenntnissen.
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