Historischen Aufzeichnungen zufolge, nahm die chinesischen Kochkunst bereits vor 3.000 Jahren ihren Anfang. Die kulinarische Landschaft Chinas bietet - ähnlich wie das riesige Land selbst mit seinen extremen regionalen Klima- und Produktunterschieden - eine breite Geschmacks- und Zubereitungsvielfalt. Wer China bereist, wird in jeder Region von einer anderen Kochkunst überrascht. Essen ist für jeden Chinesen ein Ereignis, das für Freude, Glück und Genuß gleichermaßen sorgt. Eine typisch chinesische Mahlzeit besteht zur Hauptsache aus Reis oder Teigwaren. Darum reihen sich drei, vier oder fünf Gerichte - je nach der Zahl der Personen, die mit am Tisch sitzen.
Chinesische Festessen werden mit einem angenehmen Brauch eröffnet: Der Gast bekommt in Dampf erhitzte Tücher gereicht, um Gesicht und Hände zu erfrischen. Die Art und die Größe der Festlichkeit bestimmen die Anzahl der Speisen - es können aber durchaus 20 oder mehr Gänge serviert werden. Bei Festessen bevorzugt der Chinese den großen runden Tisch mit einer drehbaren Platte in der Mitte, auf der die einzelnen Speisen in kleinen Portionen gereicht werden und für jeden Gast bequem erreichbar sind. Zunächst jedoch werden kleine Knabbereien angeboten: Nüsse, getrocknete Früchte, getrocknete Krabben. Auch zwischen den einzelnen Gängen wird gern geknabbert. Es folgen Vorspeisen, die sich jeder auf einen kleinen Teller legt. Die Hauptgerichte isst man wie beim Alltagsmahl aus der Schale. Die kleinen Häppchen, die "Beilagen" zum Reis, legt man auf den Unterteller, bevor man sie samt Reis mit Hilfe der Stäbchen verzehrt. Als Abschluß können frische Früchte oder Desserts folgen, allerdings genießen Chinesen Süßspeisen eher zwischendurch oder am Morgen.
Die chinesische Küche gibt es eigentlich nicht, sondern eine Vielzahl von Regionalküchen, die sich teilweise erheblich voneinander unterscheiden.
Die Peking-Küche oder die Küche des NordensPeking ist seit Jahrhunderten Hauptstadt und kulturelles Zentrum Chinas und hat unterdessen die feinste und vielseitigste Küche des Landes entwickelt. Da Reis in diesem Klima nicht gedeiht, pflanzen die Bauern Weizen, Gerste und Mais an. Kein Wunder also, daß Teigwaren wie Frühlingsrollen oder Teigtaschen oft serviert werden.Wichtigste Gemüsesorten sind Chinakohl, Gurken und Sellerie, auch Sojabohnen sind weit verbreitet. Die Vorliebe für Knoblauch und Zwiebeln lassen den Einfluß aus der Mongolei und Shandong spüren.
Die Shanghai-Küche oder die Küche des OstensDank des milden Klimas gedeihen im fruchtbaren Delta des Yangtsekiang Weizen und Reis. Die zahlreichen Flüsse, Seen und natürlich das Meer liefern allerlei Köstlichkeiten für den Speisezettel. Besonders bekannt ist die Shanghai-Küche für die Verwendung von Zucker, auch süßsaure Saucen sind beliebt.
Die Sichuan-Küche oder die Küche des WestensSichuan mit den Yangtse-Schluchten ist die Heimat der possierlichen Pandabären und zudem die Reiskammer Chinas. Weltruhm errang ein kleiner Scharfmacher: der Sichuan Pfeffer. Auch Chilis sind in dieser Region sehr beliebt - sie fehlen nur bei wenigen Gerichten. Wenn nicht kräftig scharf, so sind Speisen salzig, süß oder sauer- und zwar jeweils sehr ausgeprägt.Typische Spezialitäten: Scharfsaure Suppen, knusprige Enten, geschmortes Schweinefleisch.
Die Kanton- Küche oder die Küche des SüdensTropisches Klima herrscht in der Provinz Kanton, deren Küstenebenen und Perlflußdelta fruchtbares Ackerland bieten. Reis kann zweimal geerntet werden, Süßkartoffeln, Mais, Weizen werden angebaut. Blattgemüse gedeiht üppig, auch tropische Früchte wie Orangen, Bananen, Ananas, Lychees, Pfirsiche, Longans reifen. Man trifft auf Schweine- Geflügel- und Fischzuchten. Das Meer und die Flüsse liefern reichlich Fische. Die Kanton-Küche ist die bekannteste chinesische Küche außerhalb des eigenen Landes. Weltberühmt wurde die dort beliebteste Garmethode: das Pfannenbraten im Wok.
Der wohl wesentlichste Unterschied zur europäischen Küche besteht in der Kombination der Zutaten. Man mischt Fleisch mit Gemüse, so daß dieses den Geschmack des Fleisches annimmt oder das Fleisch jenen des Gemüses.Bevorzugte Gartechnik ist das Pfannenbraten. Dazu wird ein Wok und eine Gasflamme benötigt. Man erhitzt wenig Öl in dem Wok sehr stark und fügt dann das Gemüse oder Fleisch hinzu. Unter schnellem Rühren garen die Zutaten im Handumdrehen. Das Gemüse bleibt knackig und behält neben der Farbe auch weitgehend seinen Nährwert. Das Fleisch schmeckt saftig und zart. Um eine möglichst kurze Garzeit zu erreichen, muß man die Zutaten zuvor allerdings klein schneiden.
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