Die ganze Welt wird in Nordchina in sich zusammenstürzen, wenn es auf einmal kein Tanghulu mehr geben sollte.
Traditionell wird Tanghulu aus Weißdornfrüchten gemacht, die entkernt oder nicht entkernt sein können. Die Früchte werden dann auf einem Bambusspieß oder Holzspieß aufgespießt. Tanghulu wird auch als "Bingtanghulu" bezeichnet, was soviel wie "Eis-Zucker" bedeutet. Der Name kommt daher, dass die Spieße mit einem tranparentem Überzug von geschmolzenem Zucker überzogen werden. Während der Wintermonate in Nordchina, wo Bingtanghulu meistens gegessen wird, ist es sehr kalt, so dass der Zuckerüberzug schnell gefriert.
Im Norden gab es nicht so viele Obstsorten. Weißdornfrüchte an sich sind sehr sauer und lassen sich schwer genießen. Bingtanghulu ist eine Lösung dafür, denn durch den Zuckerüberzug wird der saure Geschmack der Weißdornfrüchte neutralisiert.
Mittlerweile hat man im Winter ja keine Obstknappheit mehr, aber trotzdem ist und bleibt das Bingtanghulu sehr beliebt. Außerdem hat man ja weitere Sorten entwickelt. So wird Sesam - egal ob weißer oder schwarzer - zum Zuckersirup hinzugefügt, so verteilen sich die minikleinen Körner in der Zuckerflüssigkeit, die die Früchte gleichmäßig bedecken. Abgesehen von Weißdornfrüchten verwendet man beinahe alle anderen Obstsorten - Mandarinen, Erdbeeren, Trauben und auch japanische Jamstückchen. Die meinsten Bingtanghulu sind heutezutage entkernt, deshalbt hat man auch hierzu neue Sorten erfunden. In die Mitte der Früchte, wo sich die Kerne befinden, fügt man unterschiedliche Füllungen hinzu. Auf diese Weise fährt unsere Zunge durch drei unterschiedliche Geschmacksrichtungen durch, wenn wir in eine Bingtanghulu reinbeißen: zuerst süß, dann sauer und schließlich die Füllung!
Je kälter das Wetter ist, desto besser und knuspriger schmeckt die Bingtanghulu! Es ist ja bald das chinesische Frühlingsfest, währenddessen finden in Beijing einge Tempelfeste statt, wo man schöne Tangluhu essen kann!
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