Bis heute gilt der chinesische Tee als einer der besten der Welt und die Chinesen werden als Erfinder dieses Getränks angesehen. Dementsprechend stolz sind sie auch selber auf die grünen Blätter mit ihren verschiedenen Geschmäckern und noch heute ist das Teetrinken mit Freunden so beliebt wie bei uns das Kaffeetrinken.
Teepflanze
Der Teestrauch wird bis zu 6 m hoch. Seine Blätter sind dunkelgrün und eliptisch geformt und er trägt weiße Blüten. Teepflanzen wachsen in nahezu allen südlichen Provinzen Chinas. Alle verschiedenen Teesorten werden aus diesen Blättern hergestellt und unterscheiden sich lediglich im Grad der Fermentation. Grüner Tee ist unfermentiert, während Schwarzer Tee vollständig fermentiert ist.
Chinas berühmteste Sorte ist der Longjing Tee aus der Provinz Zhejiang. Er ist weltbekannt für seinen feinen Geschmack. Geschichte
Wann und wie der Tee tatsächlich erfunden wurde bleibt bis heute unbekannt. Einer chinesischen Legende zufolge gab es einst einen Kaiser, der auf der Suche nach einem Lebenselexier verschiedenste Gifte zu sich nahm. Als er bereits vor Schmerzen am Boden lag, soll von dem Strauch neben ihm eine Blatt in sein Wasserglas gefallen sein. In seiner Verzweiflung trank er das Wasser und wurde wieder gesund. So soll angeblich der Tee den Kaiser vor dem sicheren Tode bewahrt haben.
Tatsächlich ist nur belegt, dass es bereits vor 2000 Jahren eine Teesteuer und somit auch Tee gab.Einen ersten Höhepunkt erlebte die Teekultur während der Tang Dynastie (618-917), während sich am Kaiserhof erste Formen der Teezeremonie herausbildeten. Doch nicht nur Adel und Gelehrte nahmen das heiße Getränk zu sich, sondern auch buddhistische Mönche erfuhren die positive Wirkung am eigenen Körper. Zu dieser Zeit entstand auch das erste Buch, das sich ausschließlich mit dem Thema Tee beschäftigte und so zur Herausbildung der Teekultur beitrug. Schon bald wurden die Blätter auch nach Japan und Korea exportiert.
In der darauffolgenden Song Dynastie begann man verschiedene Teesorten zu vergleichen und auch den Vorgang des Teekochens zu verfeinern. Zur Zeit der Mongolen (13. Jahrhundert) begann auch das einfache Volk Tee zu trinken.
In der Ming Dynastie (1368-1644) entwickelte sich eine neue Schule der Teekunst.
Während der Kulturrevolution Mitte des 20. Jahrhunderts wurde die alte Teetraditon gemeinsam mit allen anderen Traditionen verteufelt. Teehäuser wurden geschlossen oder sogar niedergerissen. Zahlreiche Teemeister flohen ins Ausland oder nach Taiwan. Nach der Öffnung Chinas ist die Teetraditon vor allem im Süden Chinas wieder aufgeblüht. Doch auch in den Familien ist ungesüßter Grüner Tee ein sehr beliebtes Getränk geblieben.
Chinesische Teezeremonie
Die Teezeremonie hat sich nach und nach entwickelt und enthält verschiedene Elemente des Konfuzianismus, Buddhismus und Daoismus. Man soll sich entspannen, regeneriern und genießen.
In der Ming Dynastie entwickelte sich die kunstvollste Form der Teezubereitung Gong Fu Cha. Hierbei werden zunächst alle Utensiellien mit heißem Wasser gereinigt. In einem ersten Aufguss sollen sich die Teeblätter nur öffnen um später weniger bitter zu schmecken. Dieser Aufguss wird sofort abgegossen. Die Kanne wird erneut mit Wasser gefüllt und 10-30 Sekunden ziehen gelassen. Anschließend gießt der Teemeister den Tee schichtweise in dei Teeschalen. Bei guter Teequalität kann man diesen Aufguss bis zu 15 Mal wiederholen, wenn man ihn jeweils 10 Sekunden länger ziehen lässt als vorher.
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