Sichuan ist berühmt für seinen Hotpot. Man isst ihn dort nicht nur im Winter, sondern auch während der heißen Sommermonate. Vor fast allen Hotpot-Restaurants sieht man Leute auf Bänken sitzen und auf Tische warten. Die lokale Hotpot-Variante ist berühmt für ihre extreme Schärfe. Am häufigsten werden Gemüse, Meeresfrüchte, Innereien wie Rinder- oder Schweinekehlkopf, Schweinehirn, Entendarm und Rinderkutteln als Zutaten verwendet.
Der Hotpot aus Sichuan wurde vor mehr als 200 Jahren kreiert. Damals warfen Schiffer auf dem Yangtze Schweineinnereien in einen mit Steinen abgestützten Topf und brachten das Wasser dann mit Feuerholz zum Kochen, um sich warm zu halten und Kraft zu tanken.
"Sie waren müde nach einem harten Arbeitstag, und verschiedene Lebensmittel gleichzeitig in einen Topf zu tun, sparte Zeit", erklärte Huang Jun, Restaurantchef aus der Provinzhauptstadt Chengdu der Beijing Review. „Die Schiffer hatten außerdem zu wenig Geld, um sich Schwein oder Rind leisten zu können."
Hotpot ist in Sichuan außerdem wegen des dortigen Klimas so beliebt. In heißen und feuchten Sommern bringt er die Leute zum Schwitzen und senkt den Wasseranteil im Körper. Hotpot kann mit seiner Schärfe kleine Krankheiten zum Verschwinden bringen. Ein heißer scharfer Teller voll vertreibt sogar Erkältungssymptome.
Auch der niedrige Preis macht ihn beliebt, ein typisches Gericht kostet pro Person zwischen 20 und 50 Yuan (2,45 bis 6,15 Euro).
Nobel-Hotpot-Restaurants haben in Sichuan nur wenig Zulauf. Die meisten Einheimischen bevorzugen Mittelklasse-Läden, die auf die traditionellen Eigenarten des Gerichts Wert legen.
"Nobel-Restaurants verändern die Zutaten, um sich an den Geschmack der Touristen anzupassen. Die Einheimischen mögen das nicht", meint Huang Xiaowei, der ebenfalls aus Sichuan stammt.
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