Früher hängten sowohl wohlhabende wie auch arme Chinesen Neujahrsmalereien an ihre Türen oder Wände, um das Böse zu vertreiben. Wang Haixia, Direktor der Abteilung für Volkskunst am Chinesischen Forschungsinstitut für Kunst, erklärt: „Das hier sind die Türgötter mit großen Messern, so dass keine Geister durchgehen können. Sie werden an die Außentür der Wohnungen gehängt. In den Wohnungen hängten die Leute Bilder von zugänglicheren Türgöttern auf, um das Glück hereinzulassen.
Abgesehen von Symbolen, die das Böse vertreiben oder für das Glück beten, werden auch Szenen aus Legenden, Bräuchen, Opern und dem Alltag in den Neujahrsgemälden thematisiert. In der Qing-Dynastie erlangten viele Orte Ruhm wegen ihrer großen Produktion dieser Malereien, beispielsweise Yangliuqing in Tianjin und Zhu Xian in Henan. Wang erzählt: "In der Blütezeit von Yangliuqing gab es dort über tausend Werkstätten, in denen Neujahrsmalereien produziert wurden. Daher kamen vor jedem Frühlingsfest viele Kaufleute nach Yangliuqing."
Doch ein Jahrhundert später ist die Popularität der Neujahrsmalereien abgeflaut. Und die Kunst selbst ist in Gefahr auszusterben. Auf der Ausstellung demonstrieren Repräsentanten aus sechs bekannten Wiegen der Kunst ihre Fähigkeiten. Ein Mann aus der Provinz Shandong druckt eine Neujahrsmalerei von einem Block, während ein alter Tianjiner Meister seine handgemalten Werke zeigt. Er erzählt, heutzutage seien die Neujahrsmalereien weniger Hausbedarf als eher begehrte Sammlerstücke. Ihren Wert zu erhöhen mag eine Methode sein, die vom Verschwinden bedrohte Kunstform am Leben zu halten.
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