Jing-Stickerei bezeichnet die aus Beijing stammende Stickerei. Im Jahr 2009 wurde die Jing-Stickerei in die Liste des immateriellen Kulturerbes Chinas aufgenommen. Aufgrund der hohen Kosten, die durch den Einsatz von wertvollem Material anfallen, einer geringen Nachfrage und auch einem Mngel an Nachfolgern ist die Jing-Stickerei vom Aussterben bedroht.
Die Seide-Stickerei florierte in der Umgebung Beijings schon zur Zeit der Tang-Dynastie und erreichte bis zur Liao-Dynastie ihren Höhepunkt. Im damaligen Yanjing - dem heutigen Beijing - gab es sogar Stickereiinstitute. Das lässt sich durch die archäologischen Funde der Liao-Dynastie bestätigen. Häufig besichtigte feine Muster sind große Pfingstrosen und Blumen auf goldfarbenen Zweigen.
Ab der Yuan-Dynastie verwendete man Faden aus Gold und Silber zwecks der Stickerei, um die Manier und den Schwung darzustellen. Die Herstellung von solchen Fäden ist recht kompliziert und zeitaufwändig. Daher galt diese Methode der Stickerei damals als sehr innovativ.
Ab der Ming-Dynastie und dann bis Regierungszeit von Guangxu hatte sich diese Stickerei rasch entwickelt und gewann Anerkennung im In- und Ausland.
Die Jing-Stickerei entstand relativ zeitlich und hatte Beijing als Zentrum. Sie beeinflusste Regionen in der Umgebung wie Hebei und Tianjin. Trotz ihrer nördlichen Herkunft unterlag die Jing-Stickerei einem starken Einfluss von der Su-Stickerei sowie der Xiang-Stickerei, der Yue-Stickerei sowie der Shu-Stickerei. In der Dynastiezeit wurden große Mengen von Jing-Stickereien am Hof des Kaisers sowie der Adligen eingereicht, um Bekleidung anzufertigen. Deshalb wird die Beijing-Stickerei auch "Hofstickerei" genannt.
In der Jing-Stickerei macht man zuerst Muster aus Gold- und Silberfäden und dann befestigt man den Faden auf einem Stoff mit farbigen Fäden, was eine Einzigartigkeit in der chinesischen Stickerei darstellt. Jedes Werk der Jing–Stickerei weist den Schwung und die Pracht der kaiserlichen Familie auf.
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