Pekings Baustruktur war von den typischen quadratischen Vier-Harmonie-Höfen (Sihe Yuan) verschiedener Größen geprägt. Die sie verbindenden Straßen werden als Hutong bezeichnet, sie bilden gewissermaßen die Durchgänge zwischen den Sihe Yuan und hier ist es auch, wo das Leben noch im traditionellen Rhythmus pulsiert.
Laut Statistik gibt es in Peking heute noch über 6000 Hutong. Eine Erkundung der Hutongs lässt sich entweder zu Fuß erledigen oder man greift auf das Angebot der Rikschafahrten durch die Gassen zurück, meistens verbunden mit Zwischenstop bei einer der dortigen Familien.
Heute gibt es in Peking noch etwa dreitausend Hutongs, in denen fast die Hälfte der Stadtbewohner lebt. Sie werden aber auf Grund der Umgestaltung des Stadtzentrums zunehmend seltener. Auf der Fläche eines Hutongs mit der meist einstöckigen Bebauung lassen sich in moderner verdichteter Geschossbauweise wesentlich mehr Wohnungen unterbringen. Es ist abzusehen, dass schon in wenigen Jahren kaum noch originale Hutongs im Stadtzentrum anzutreffen sein werden, vermutlich jedoch bald als Museumsdorf zu besichtigen sein dürften. Andererseits ist eine Tendenz zu erkennen, neue Hutongs im alten Stil aufzubauen bzw. alte Hutongs zu bewahren.
(Quelle: Reise in China)
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