Der Bau des Qianlong-Gartens, auch als der Garten des Palastes des Ruhevollen Alters (Ningshou Gong) bekannt. Der Bau begann im Jahre 1772 (im 37. Regierungsjahr des Kaisers Qianlong). Nach vier Baujahren wurde der Garten eingeweiht. Der Palast des Ruhevollen Alters war ein Alterssitz, der extra für den Kaiser Qianlong (60 Jahre als Kaiser) gebaut worden war. Es war also kein Zufall, dass nordwestlich davon ein Garten angelegt wurde, damit der abgedankte Kaiser hier seine alten Tage genießen könnte. Der populäre Name „Qianlong-Garten" rührt eben von daher.
Der 5920 m2 große Qianlong-Garten hat eine Länge von 160 m in der Süd-Nord-Richtung und eine Breite von 37 m in der West-Ost-Richtung. Trotz des relativ kleinen Raums kommt dem Garten dennoch ein besonderer Stellenwert im Bau der kaiserlichen Parks zu. Künstliche, nach dem Stil in Südchina aufgetürmte Hügel und Pavillons bilden die Hauptszenerien, ergänzt durch gewundene aufsteigende Pfade, tiefe, mystisch anmutende Höhlen und hochragende Pavillons. All dies fügt sich glücklich zu einem harmonischen, geschmackvollen Ganzen zusammen, wodurch das Raumgefühl erweitert wird und jedes Gebilde zu seiner Wirkung kommt. In der ernsten Starre der Verbotenen Stadt bringt der Garten einen Hauch von Lebendigkeit. Daher wird er auch heute noch gern besucht.
Zu den Hauptbauwerken des Gartens gehören der Pavillon des Antiken China (Guhua Xuan), der Pavillon des Reinwaschens (Xishang Ting), das Haus der Herrlichen Aussichten (Cuishang Lou), die Halle der Nostalgie (Suichu Tang), der Pavillon der Grünen Muschel (Biluo Ting) und der Turm der Trügerischen Träume (Fuwang Ge), wobei der Pavillon der Grünen Muschel, das Haus der Herrlichen Aussichten und die Halle der Trügerischen Träume auf einer Achse angelegt sind. In der Raumnutzung wurde die Methode der Gegenüberstellung angewendet. Die Halle der Nostalgie teilt das Gelände in den Vor- und Hinterhof. Zwar sind die beiden Höfe form- und flächenmäßig ähnlich, in der Gestaltung jedoch anders: Der eine Hof ist offen und relativ streng strukturiert, während der andere, mit Felsbrocken wirr durchsetzt, dunkel und eng ist. Dies ist ein typisches Beispiel der chinesischen Gartengestaltung, nämlich der Methode des räumlichen Kontrasts.
Quelle: eu-asien.de
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