Der Jietaisi (Tempel des Weihealtars) liegt am Maan-Berg westlich von Peking, etwa 35 km vom Stadtzentrum und 8 km vom Tanzhe-Tempel entfernt.
Der Jietai-Tempel hat eine Geschichte von mehr als 1350 Jahren. Schon im fünften Regierungsjahr Wude (622) des Tang-Kaisers Gaozu wurde hier ein Kloster erbaut. In der Regierungsperiode Xianyong (1065-1074) der Liao-Zeit richtete hier ein ehrwürdiger Mönch namens Fa Jun einen Jietai, einen Weihealtar für buddhistische Mönche, ein und predigte hier. In der Ming-Dynastie wurde der Tempel umgebaut und in Wanshousi (Tempel der Langlebigkeit) umbenannt, doch blieb der Name Jietaisi weiterhin gebräuchlich. Die erhalten gebliebenen Bauten stammen fast alle aus der Qing-Dynastie.
Die Haupthalle ist die Mahavira-Halle (Schakjamuni-Halle). Dahinter steht der Qianfoge (Pavillon der Tausend Buddhas). Im nordöstlichen Hof befindet sich der Weihealtar, der über 3 m hoch ist und aus weißem Marmor besteht. Der dreistufige Unterbau ist mit feinen Schnitzereien versehen. An den Seiten des Altars stehen einige hundert Jieshen-Statuen (Götter, die Gelübde entgegennehmen). Auf den 10 geschnitzten Stühlen aus Adlerholz (Aquilaria agallocha), die aus der Ming-Zeit stammen, saßen in alter Zeit während der Weihe drei Meister und sieben Zeugen. Südlich vom Weihealtar ist die Upali-Halle zu sehen, wo früher eine Upali-Statue (einer der 10 Jünger des Tathagata-Buddha) stand.
Vor der Halle stehen zwei steinerne Gedenktafeln mit Inschriften aus der Liao- und der Jin-Zeit. Südlich der Upali-Halle befindet sich der Pagodenhof mit zwei zierlichen gut erhaltenen Pagoden aus der Zeit der Liao- und der Yuan-Dynastie.
Vor der in der Nähe des Pagodenhofes gelegenen Mingwang-Halle ragen drei vieleckige Säulen empor, die mit Inschriften aus den Sutras und Buddhafiguren geschmückt sind. Alle drei Säulen, von denen zwei aus der Liao-Zeit und eine aus der Yuan-Zeit stammen, sind gut erhalten. Berühmt sind die dunkelgrünen alten Kiefern auf dem Tempel-Hof.
Besonders erwähnenswert ist die "Zitternde Kiefer", deren sämtliche Zweige in Bewegung geraten, sobald man einen davon berührt. Fünf Kilometer westlich des Jietai-Tempels ragt der Jilefeng (Gipfel der Allergrößten Freude) empor. Dort gibt es viele Karsthöhlen und Stalaktiten und Stalagmiten. Das Quellwasser dort ist klar und kühl. Wenn man den Jietai-Tempel besichtigt, sollte man unbedingt auch einen Abstecher in diese wunderschöne Landschaft machen.
Quelle:china-reisefuehrer
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