Im Stadtzentrum von Beijing, südwestlich des Platzes des Himmlischen Friedens, liegt das Lao She-Teehaus. Dieses Teehaus, das nach dem bekannten Schriftsteller Lao She benannt worden ist, ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.
Beijinger Teehäuser vereinen die vielen Eigenschaften der Teehäuser im ganzen Land in sich. Dazu zählen die große Auswahl an Teesorten, Vielseitigkeit und ein hoher Kulturgehalt.
In Beijing gibt es derzeit 500 bis 600 Teehäuser unterschiedlicher Größe. Das bekannteste Teehaus ist das Lao She-Teehaus. Es ist das älteste seiner Art in Beijing und darf als eine kulturelle Visitenkarte der Stadt Beijing bezeichnet werden.
Benannt ist das Lao She-Teehaus nach dem berühmten, in Beijing geborenen, Schriftsteller Lao She und dessen Drama "Das Teehaus". "Das Teehaus" ist ein Meisterwerk von Lao She, das er vor mehr als einem halben Jahrhundert geschrieben hat. Das Stück spielt in einem typischen alten Beijinger Teehaus. Es zeigt das Leben des Teehausbesitzers und seiner Gäste über einen Zeitraum von fünfzig Jahren durch drei Phasen der modernen chinesischen Geschichte. Es treten über 60 Charaktere aus allen Gesellschaftsschichten auf und vermitteln dem Leser die gesellschaftlichen Veränderungen. Im Lao-She-Teehaus wird die Vergangenheit, die Lao She in seinem Drama beschrieb, wieder lebendig.
Das Teehaus wurde im Dezember 1988 von dem in Beijing geborenen Yin Shengxi gegründet. Der Vorgänger des Teehauses war eine Jugend-Tee-Gesellschaft, die Yin Shengxi Ende der 1970er Jahre gründete. Damals wurde Tee in großen Reisschüsseln angeboten. Jede Schüssel Tee kostete zwei Fen. "Fen" ist die kleinste Einheit der chinesischen Währung RMB und entspricht etwa 0,2 Cent.
Zur Geschichte des Teehauses sagte Yang Xinyu, Assistent der Generaldirektorin des Lao She-Teehauses:
"Um die traditionelle chinesische Kultur wieder anzukurbeln, hat Herr Yin Shengxi im Jahr 1988 nach Beratungen mit Prominenten des Kunstkreises Beijings beschlossen, ein traditionelles Teehaus zu gründen. Dort kann man nicht nur Tee trinken, sondern auch Vorführungen der traditionellen Künste wie die Peking-Oper, den komischen Dialog, den Sprechgesang oder die Akrobatik bewundern. Mit der Gründung des Teehauses ist eine Plattform für traditionelle Künste und die chinesische Teekultur entstanden."
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