Seit November 2007 präsentiert das Ullens Center for Contemporary Art (UCCA) zeitgenössische Kunst aus dem In- und Ausland in der für „798" typischen rustikalen Bauhaus-Atmosphäre der 1950er Jahre. Gegründet wurde die Galerie, eine der renommiertesten Adressen im Beijinger Dashanzi-Kunstviertel, von den Belgiern Baron und Baroness Guy und Myriam Ullens de Schooten, beide international bekannte, leidenschaftliche Sammler mit einem besonderen Faible für China. Seit seiner Eröffnung haben im UCCA mehr als vier Millionen Menschen über 100 verschiedenster Ausstellungen gesehen. Mit dem Fokus auf sowohl etablierte als auch junge Talente hat es sich das UCCA als ein unabhängiges, gemeinnütziges Zentrum zum Ziel gesetzt, die gegenwärtige Entwicklung der Kunstszene in China zu bewerben. Hand in Hand gehen soll damit gleichzeitig der Wunsch nach internationalem Austausch und Diskurs.
Darüber hinaus ist in der zweiten großen Ausstellungshalle des UCCA-Komplexes Haegue Yang zu sehen, mit einer Sammlung verschiedener Werke aus verschiedenen Zeiten ihres künstlerischen Schaffens. Die 44-jährige Südkoreanerin, die in Deutschland lebt, mixt in „Come Shower or Shine, It is Equally Blissful" unterschiedlichste Materialen und Stile, um damit die überwältigende Diversität des uns umgebenden Kosmos darzustellen. Große, feine Fotokollagen, die das Greifbare mit dem Abstrakten verbinden, hängen neben goldenen Glöckchen und unförmigen Skulpturen aus falschem Stroh.
Während der Jubiläums-Phase, die bis Ende des Jahres läuft, ist der Eintritt kostenlos. Ab Januar sind die Kunstwerke dann wieder gegen eine Gebühr von umgerechnet knapp 1,50 Euro zu sehen.
Fotos und Text von Marie Müller-Diesing
Quelle:cri
Grundsätzlich möchten die Initiatoren aktuelle Trends zeigen und gleichzeitig für das große Publikum greifbarer machen. Kunstverständnis ist wie ein Samen, der in fruchtbare Erde gepflanzt und gepflegt, das Bewusstsein für Kreativarbeit anregt – am besten schon bei den ganz Kleinen. Angegliedert an die vier großen Ausstellungsflächen befindet sich in der ehemaligen Industriehalle ein Ort, an dem genau das möglich wird: das UCCA Creative Studio. Das Vorzeige-Kunsterziehungsprogramm richtet sich mit einem Angebot von regulären Kursen, kreativen Workshops und einer Probier-Fläche an Kinder im Alter von zwei bis elf Jahren. Wahrnehmung, Reflexion, Kreation und Ausdruck sind die vier Lernaspekte, die durch verschiedene Lernkanäle Erkenntnis vermitteln sollen. Die Werke der kleinen Meister können auch von größeren Besuchern der Galerie am Rande der etwa 15 Ausstellungen im Jahr begutachtet werden. Gegenwärtig zeigt das UCCA die Video-Installation „Meiwe" von Li Ming, in deren sich überlappenden, urbanen Sequenzen Gefühle mit konkreten Realitäten kollidieren. „Meiwe" ist eine Fortführung der Auseinandersetzung des chinesischen Künstlers mit den Konzepten „Selbst" und „Andere" und basiert auf einem Essay von Guo Juan, „Das Verschwinden einer Gruppe von Menschen".
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