Chinas Billighotels lassen sich in unterschiedliche Sektoren unterteilen, die sich seit einer seit 2009 anhalten schnellen Expansion entwickelt haben. "Die Marktsegmente sind für die Zukunft der chinesischen Billigunterkünfte wegweisend", sagte Ye Bingxi, ein hochrangiger PR-Manager bei der Hotelkette Home Inn and Hotels Management Inc, welche gemessen an der Zahl der Unterkünfte Chinas größte Billighotelkette ist. Home Inn bedient vor allem Kunden, die in qualitativ hochstehenden Geschäftshotels zu einem vernünftigen Preis übernachten wollen. Ebenfalls verfügt die Firma seit 2008 über die High-End-Marke Yitel, in der die Zimmer durchschnittlich zwischen 600 und 700 Yuan (110 US-Dollar) kosten. Yitel hat derzeit vier Hotels in drei Städten. Bis 2015 sollen es 50 werden.
Eine andere wichtige Billighotelkette ist die 7 Days Group Holding Ltd, die ebenfalls das Geschäft auf Hotels der gehobenen Mittelklasse ausweitet. Verwaltungsratspräsident Zheng Nanyan sagte, dass das erste Mittelklassehotel noch in diesem Jahr eröffnet werden soll. Auch einige kleinere Unternehmen versuchen auf dem Marktsegment Fuß zu fassen. "Pod Inns spricht eine jüngere und modischere Gruppe an", sagte Zhu Hui, Gründer und Geschäftsleiter von Pod Inns. Die Kundendatenbank der Firma reflektiert dies: der größte Teil der Gäste besteht aus jungen Menschen im Alter zwischen 18 und 35 Jahren, die über ein monatliches Einkommen von 2000 bis 6000 Yuan verfügen.
Anders als die Hauptakteure der Hotelerie, die derzeit versuchen, in die kleineren Städte vorzustoßen, sind die Metropolen das Hauptziel für solche kleinen Firmen. Zhu sagte, dass sich die Zahl der Pod-Hotels in Beijing von derzeit 12 bis 2015 auf über 100 erhöhen wird. Während Zhu noch daran arbeitet, das Ziel von 500 Hotels zu erreichen, haben die meisten Industriegiganten bereits die Marke von 1000 Hotels durchbrochen.
Die schnelle Expansion der wichtigsten Akteure brachte allerdings auch Probleme mit sich und ihre Gewinne begannen seit Anfang 2012 zu schrumpfen. Home Inn verzeichnete beispielsweise im ersten Quartal 2012 einen Verlust bei den Nettogewinnen, der sich laut dem Finanzbericht der Firma auf die Verluste bei Motel 168 zurückführen lässt. Im zweiten Quartal war der Nettogewinn zwar wieder positiv, lag jedoch noch immer um 85,69 Millionen Yuan niedriger als in der gleichen Zeitspanne im Vorjahr. "Wir sind zuversichtlich, dass sich der chinesische Hotelmarkt und die Leistung von Motel 168 verbessern wird, sobald wir mit der Integration fertig sind", sagte CEO Sun Jian. Home Inns will innerhalb eines Jahrzehnts die Zahl seiner Hotels von derzeit 1600 auf 5000 erhöhen. Dies entspricht der 2,5-fachen Wachstumsgeschwindigkeit im Vergleich zum vergangenen Jahrzehnt.
Ähnliche Expansionspläne hegt 7 Days, die zweitgrößte Kette von Budgethotels in China: "Wir wollen uns verstärkt um die Gründung weiterer Filialen kümmern, um so in der Branche schneller expandieren zu können", sagte Lin Yunzhou, CEO von 7 Days. Die Firma hat gerade im Juni die Pläne für 2012 korrigiert: Statt 360 neuen Hotels sollen nun 400 entstehen. Beachtlich ist auch der Wandel beim Verwaltungssystem. Im neuen Plan sollen statt wie zuvor 240 neu 320 Hotels über Franchise-Verträge laufen. Die Zahl der direkt verwalteten Hotels wurde von 120 auf 80 gesenkt.
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