Peking-Stickerei, auch bekannt als Jing-Stickerei, gehört zu den elegantesten und detailliertesten Stickstilen Chinas. Man bezeichnet es auch als “Palast Stickerei”, da die Stickarbeiten vor allem für den kaiserlichen Hof hergestellt wurden.
Jing-Stickerei kann bis in die Tang-Dynastie (618-907) zurückverfolgt werden. Es wurden eigens Werkstätten für den kaiserlichen Palast gegründet, damit die dortige Nachfrage gedeckt werden konnte. Talentierte Sticker aus allen Teilen Chinas kamen nach Peking um in die kaiserlichen Dienste zu treten.
Während der Ming- und Qing Dynastie entwickelte die Jing-Stickerei ihren ganz eigenen Stil, mit individuellen Mustern und Techniken. Hauptsächlich wurde auserlesene Seide und edler Satin mit Gold- und Silberfäden verwoben. Fliegende Drachen und Phönixe waren die vorherrschenden Motive auf den kaiserlichen Roben.
Die bevorzugten Themen in dynastischen Zeiten waren vor allem Wohlstand, Macht und hoher Rang. Das Sonnenmuster wurde zum Schutz vor bösen Geistern verwendet und symbolisierte auch eine glückliche Zukunft. Viele kaiserliche Roben trugen das Motiv “Fliegender goldener Drache mit fünf Krallen” und es stand für die absolute Macht des Herrschers. Die Roben der Kaiserin waren oft mit chinesischen Pfingstrosen verziert, da sie als die Königin aller Blumen gilt. Diese traditionellen Motive werden auch heute noch für die Peking-Stickerei verwendet.
Der Jing-Stickstil war durch den imperialen Einfluss geprägt. Im Design zeigen sich Gegenstände und Merkmale, die direkt mit dem Adel und der kaiserlichen Familie in Verbindung stehen. Der Unterschied zu den anderen Arten der Stickerei liegt in den eleganten Farben und grandiosen Bildern und es waren vor allem männliche Kunsthandwerker, die für den Palast tätig waren.
Die alte kaiserliche Stickerei wurde über viele Jahre hinweg vernachlässigt, denn sie hatte keinerlei praktischen Nutzen mehr und die Materialien waren sehr teuer.
Die traditionellen Farben der Jing-Stickerei sind schwarz, gelb, rot und blau. Schwarz steht für Ungewissheit, rot für Glueck, gelb repräsentiert Stärke und blau ist das Symbol des Adels.
Viele Kunstwerke der Jing-Stickerei werden in der Werkstatt “Baigong Fang” ausgestellt, die 2003 eroeffnet wurde. Alte Stickarbeiten koennen auch im Pekinger Palast- und Kunstmuseum bewundert werden. Jing-Stickerei war eine der ersten traditionellen chinesischen Handwerkskünste, die im Jahr 2006 auf die Liste des immateriellen Kulturerbes gesetzt wurden. Dadurch wird Kunst und Handwerk aus China geschützt und für die Welt bewahrt bleiben.
Stickereiwaren aus Peking gehören augrund des aufwendigen Designs und Farben zu den schönsten überhaupt. Die historischen Wurzeln und edle Beschaffenheit haben dazu beigetragen, dass die Peking-Stickerei sich zu einer hochgeschätzten chinesischen Volkskunst entfalten konnte.
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