Die Peking-Palastlaterne war über Jahrhunderte hinweg ein beliebter Schmuck an Festtagen und zu Feierlichkeiten. Als Dekorationsobjekt verleiht sie jedem Raum eine orientalische Note.
Die Palastlaternen aus Peking genießen ein hohes Ansehen und verbreiten eine fröhliche Atmosphäre. Das Gerüst der Laterne wird aus kostbaren und seltenen Hölzern hergestellt, wie Palisander und Rosenholz. Die äußere Verkleidung besteht aus Seide und bemaltem Glas. Der obere und untere Rand ist mit Ruyi Mustern verziert, denen eine wunscherfüllende Bedeutung zugesprochen wird. Zusätzlich kann der untere Rand mit goldenen Quasten geschmückt sein und oft werden auch schöne Bemalungen hinzugefügt.
Peking Palastlaternen haben eine lange Tradition in China. Ursprünglich wurden sie nur im kaiserlichen Palast verwendet, woraus sich auch der Name ableitet. Während der späten Qing-Dynastie (1644-1912) bereiteten sich die Palastlaternen auch zunehmend in den Dörfern aus und wurden vor allem zum chinesischen Neujahrsfest verwendet. Bunte Laternen hingen zur Abwehr böser Geister an der Tür und auch um den Hausbewohnern Glück zu bringen. Nahezu keine andere chinesische Kunstform wird heutzutage so sehr mit der Kultur und Tradition des Landes in Verbindung gebracht. Besonders beliebt sind Laternen, die eine menschliche oder tierische Gestalt aufweisen. Das Gerüst wird aus Bambusstreifen oder Metalldrähten geformt und dann mit farbigem Seidenpapier überzogen. Besonders Kinder mögen dieses Laternenmodell, das zum Schluss noch mit einer Kerze versehen wird.
Die Peking-Palastlaterne gehört zu den berühmtesten in ganz China. Sie hat sechs symmetrische Seiten und ist in zwei Teile gegliedert. Das Grundgerüst besteht aus sechs kurzen Fächern, in deren Zwischenräume hölzerne Drachen- oder Phönixköpfe eingearbeitet sind. An den sechs Ecken sind bunte Quasten angebracht. Das kleinere Gerüst hat sechs längere Fächer, die durch rechteckige bemalte Flächen ausgefüllt sind.
Eine weitere berühmte Laterne ist die “Huadeng” oder “Blumen-Laterne”. Sie wird zu besonderen Anlässen verwendet, wie beispielsweise das Yuanxiao Laternenfest, das am fünfzehnten Tag des ersten Mondmonat stattfindet. Dieser volkstümliche Brauch entstand während der Tang Dynastie (618 - 907), nämlich als der kaiserliche Hof verordnete, dass zu den Feierlichkeiten drei Tage lang im ganzen Land Laternen hängen sollten. Die Dauer des Festes erhöhte sich in der Song Dynastie (960 - 1279) auf sechs Tage und während der Ming Dynastie (1368 - 1644) auf zehn Tage. Zusätzlich wurden volkstümliche Darbietungen und Feuerwerke in das Festprogramm mit aufgenommen. Auch heutzutage sind die Palastlaternen immer noch Bestandteil der zehntägigen Feierlichkeiten.
1992 wurde in China mit Zustimmung des staatlichen Amtes für Kulturdenkmäler das Laternen-Museum gegründet. Auch der Gebäudekomplex ist wie eine große Palastlaterne gestaltet und beherbergt die größte Sammlung von Peking-Palastlaternen innerhalb Chinas.
Peking-Palastlaternen gelten als besonders geachtetes nationales Symbol und sind welweit gern verwendete Dekorationsobjekte. Sie verleihen jedem Raum einen Hauch von Nostalgie und verbreiten gefühlvolle Stimmungen.
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