Für Alvin Kong sind Shopping Center die Eckpfeiler, die alles zusammenhalten. Man kann ein schickes Hotel bauen, einige elegante Büros dazugeben und schließlich etliche Luxusshops einrichten, doch wenn man keine Kunden beziehungsweise Einkäufer hat, sei all das im Wesentlichen Zeitverschwendung. Kong von der Firma Swire Properties geht davon aus, dass bei multifunktionalen Bauprojekten ein Shopping Center der Angelpunkt solcher Einrichtungen ist, der gleichzeitig Hotelgäste, Büroangestellte und Geschäftsleute zusammenbringt. "Ein Shopping Center ist ein Platz, wo sich Leute für persönliche oder geschäftliche Zwecke treffen, aber auch für Entertainment und Shopping", sagt Kong. Swire Properties hat in diesem Bereich weiterhin große Zuversicht in den chinesischen Markt. Die Firma aus Hongkong hat bereits Projekte wie das Sanlitun Village in Beijing und Tai Koo Hui in Guangzhou realisiert. Sie konzentriert sich in erster Linie auf groß angelegte Multifunktions-Projekte und Gebäude. Das letzte davon nennt sich Indigo, das im Beijinger Chaoyang Bezirk realisiert wird, mit einer Gesamtfläche von 59.000 Quadratmetern.
Während die meisten Shopping Center gewisse Ähnlichkeiten aufweisen, ist es für Swire Properties unumgänglich, dass die einzelnen Projekte jeweils ihren eigenen, einzigartigen Charakter aufweisen. Das bedeutet, dass verschiedene Geschäftsmodelle an den unterschiedlichen Standorten zum Einsatz kommen, um die Bedürfnisse der Kunden zu befriedigen und ihnen ein jeweils anderes Shopping-Erlebnis zu bieten. "Unsere drei bisherigen Shopping Center zeigen, wie wir uns das Geschäftsmodell in China vorstellen", sagt Kong. Dies würde bei der Auswahl der Produkte, dem Gesamteindruck, der Architektur sowie dem Marken-Portfolio zum Ausdruck kommen. Im Beijinger Sanlitun Village gibt es derzeit 240 Shops, in Tai Koo Hui 180, im Indigo werden es 170 sein. "Jedes Projekt verfügt über seine eigene Attraktivität und Anziehungskraft, und was wir nicht wollen ist, irgendein Shopping Center als Blaupause zu nehmen und das in 15 anderen Städten in China zu kopieren", sagt Kong. Nichts desto trotz gibt es bei allen Unterschieden natürlich auch gewisse Gemeinsamkeiten, wie etwa einen sorgfältig ausgewählter Mix an Geschäftszweigen und Marken, ein professionelles Management und ein punktgenaues Marketing.
Im Sanlitun Village, das als offener Entwurf designt wurde, können die Einkäufer nach Lust und Laune von Gebäude zu Gebäude und von Geschäft zu Geschäft gehen. Hier gibt es auch viele Flaggschiff-Geschäfte wie etwa von den deutschen und italienischen Luxusmarken Montblanc und Emporio Armani. Andere große Namen sind Alexander McQueen, Maison Martin Margiela und Balenciaga. Dabei müssen die Waren nicht unbedingt teuer sein – aber sie sollten in Summe einen guten Branchenmix ergeben, so Kong. Der Schlüssel dazu sei weder der Preis noch die Popularität, sondern ob die Marken zu den Menschen passen, die in der näheren Umgebung des Centers leben. In Folge müssen sich die ausgewählten Marken auch in das Gesamtkonzept einfügen. "Allgemein gesehen machen ausländische Firmen bei unseren drei Standorten in etwa 70 Prozent aus. Doch für uns ist es vor allem wichtig, dass die unterschiedlichen Firmen unter einem Dach ein harmonisches Gesamtkonzept ergeben", sagt Kong. Allerdings sträubt er sich dagegen, einen typischen chinesischen Shoppingkunden klar zu definieren: "Menschen, die an Qualität und einer guten Umgebung interessiert sind, kommen zu uns. Die Auswahl ist da, aber man muss nicht unbedingt viel Geld ausgeben. Man kann auch zu uns kommen, nur um eine Tasse Kaffee für 30 Yuan (knapp vier Euro) zu trinken." Die Handelsverträge laufen in der Regel zwischen vier und fünf Jahren, das heißt, dass die Shops und Marken immer wieder ausgewechselt und aufgefrischt werden.
Quelle: german.china.org.cn
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