Die China Central Television Headquarters sind die zukünftige Sendezentrale des staatlichen Fernsehens China Central Television (CCTV) der Volksrepublik China.
Die CCTV Headquarters befinden sich auf einem 20 Hektar großen Grundstück im zentralen Geschäftsbezirk (CBD) im Osten von Peking, der vom Office for Metropolitan Architecture (OMA) entwickelt wurde. Die Konzeption des Gebäudes entwarf der deutsche Architekt Ole Scheeren.
Der Baubeginn fand 2002 statt, zeitweise leitete die Ausführung ein Team aus 400 Architekten und Ingenieuren aus verschiedenen Ländern. Während beim Rohbau 5 000 Bauarbeiter beschäftigt waren, sind es zu Beginn des Innenausbaus 10 000 Arbeiter, die in drei Schichten 24 Stunden lang täglich arbeiten. Die britische Ingenieursfirma Arup berechnete die Eckdaten der Gebäudebelastung. Im Dezember 2007 konnten die zwei Türme erstmals verbunden werden, der Rohbau und die Fassade des Gebäudes wurden zur Eröffnung der Olympischen Sommerspiele 2008 in Peking vollendet, bei denen ebenfalls avantgardistische Bauwerke wie das Nationalstadion Peking und das Nationale Schwimmzentrum eröffnet wurden. Zunächst war eine Inbetriebnahme des Hauptgebäudes im Oktober 2009 zum 50-jährigen Bestehen der CCTV geplant, doch konnte der Termin nicht eingehalten werden. Ein neues Bezugsdatum steht noch nicht fest. Künftig sollen etwa 10 000 Menschen in dem Gebäude arbeiten.
Die CCTV Headquarters werden nach ihrer Fertigstellung das zweitgrößte Bürogebäude der Welt nach dem Pentagon sein, und es gilt schon jetzt als eines der aufsehenerregendsten Bauwerke der Gegenwart. Der Bau hat die Form einer winkligen Schleife oder auch eines symmetrisch fragmentierten Blocks. Es wird nach Abschluss der Bauarbeiten eine Höhe von 234 m erreichen und 54 Stockwerke umfassen. Würde man die Schleife „auffalten“, wäre diese über 800 Meter lang. Die Baukosten betragen umgerechnet etwa 850 Millionen Euro.
Das spektakuläre Gebäude ist auf zwei diagonal gegenüberliegenden Türmen errichtet. Sie haben beide einen Neigungswinkel von je 6° und sind damit noch schräger als der schiefe Turm von Pisa (3,97°). Turm 1 hat eine Höhe von 234 m und 54 Etagen. Am Boden ist er 40 x 60 m groß. Der etwas kleinere Turm 2 hat hingegen nur eine Höhe von 210 m mit 44 Stockwerken. Die Grundfläche ist mit 40 x 52 m ebenfalls etwas kleiner als die von Turm 1.
Die beiden Türme knicken oben horizontal oder L-förmig ab und treffen sich dann am unteren Ende rechtwinklig. Der Überhang ist 162 m hoch und umfasst neun bis dreizehn Stockwerke, in denen die Leitung ihren Sitz einnehmen wird.
Zu dem Gebäude gehört noch ein weiteres Segment, nämlich eine Art Sockel, auf dem das gesamte Gebäude steht. Seine Höhe misst 45 m, verteilt auf vierzehn Etagen. Die Grundfläche ist 150 x 150 m groß. Die CCTV Headquarters haben darüber hinaus noch vier unterirdische Stockwerke, die bis in eine Tiefe von 18 m reichen.
Die CCTV Headquarters verfügen über 473.000 m² Nutzfläche, davon sind 64.800 m² für die Verwaltung, 54.900 m² für Mehrzweck-Räume, 65.000 m² zum Senden von Nachrichten, weitere 31.800 m² für weitere Sendungen, 105.400 m² für die Produktion der Beiträge, 22.500 m² für Service-Einrichtungen, wie zum Beispiel Kantinen oder Sporträume. Als Parkfläche stehen 59.700 m² zur Verfügung und 11.100 m² Nutzfläche sind noch leerstehend.
Die asymmetrische Gitterstruktur der Bewehrung in der Fassade, die durch die opake Fensterfläche silbern glänzt, stützt nach Scheeren den Kräfteverlauf innerhalb des Tragwerks ab. Scheeren äußerte zur Statik des Bauwerks: „Das statische System wäre wahrscheinlich fünf bis zehn Jahre vor Beginn gar nicht realisierbar gewesen, weil einfach die Computer-Analyse-Methoden nicht weit genug entwickelt waren.“
Gegenüber den CCTV Headquarters ließ CCTV ein weiteres Gebäude vom OMA errichten, das Television Cultural Center (TVCC). In dem 159 Meter hohen Bau mit 34 Stockwerken werden überwiegend öffentliche Einrichtungen untergebracht, vor allem ein 5-Sterne-Hotel und ein Theater mit 1 500 Plätzen, ein Kultur- und Konferenzzentrum sowie Kinos. Während der Olympischen Sommerspiele 2008 diente es als Sendezentrale für die ausländischen Fernsehjournalisten. Am 9. Februar 2009 brannte das Gebäude wegen eines illegalen Feuerwerks der Bauarbeiter vollkommen aus.
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