In der ca. 500-jährigen Geschichte der Dongsi Moschee (chin. 东四礼拜寺) wurde sie mehrmals restauriert, allein dreimal nach 1949, und zwar 1952, 1974 und 1979.
Die gesamte Anlage besteht aus drei hintereinander liegenden Höfen. Es gibt Waschungsräume, eine Bibliothek und eine Gebetshalle. In der Bibliothek sind von mehreren Imams verschiedener Zeitalter von Hand abgeschriebene Schriften, wie Koran, Sunna und Hadith, philosophische, historische und literarische Werke des Islam sowie in Ägypten, Indien, der Türkei, Pakistan und anderen Ländern herausgegebene islamische Schriften aufbewahrt. Diese Schriften haben fast alle eine 200- bis 300-jährige Geschichte. Ein besonders kostbares Exemplar ist ein 700 Jahre altes Koran-Manuskript.
Die Gebetshalle ist die Haupthalle der Dongsi Moschee und das einzige Gebäude aus der Ming-Zeit. Nachdem die Moschee 1974 umfassend renoviert, neu gestrichen und bemalt wurde, sieht die Haupthalle wie neu aus. Die vordere Hälfte der Haupthalle ist in chinesischer Holzbauweise erstellt und der hintere Teil im arabischen Stil, d.h., er ist durch ein gewölbeartiges Dach aus zusammengesetzten Ziegeln gekennzeichnet. Vergoldete Säulen und bunt bemalte Querbalken verleihen der Halle eine feierliche Stimmung. In der Mitte der Haupthalle hängt eine Tafel mit Koran-Zitaten auf arabisch. Auf dem roten Fußboden sind Gebetskissen zu sehen. An großen Festtagen finden mehr als 500 Personen hier Platz. Zum Bairam bzw. Opferfest (auch Korban genannt) kommen die Moslems hierher, u.a. auch Diplomaten, Experten und Studenten aus islamischen Ländern. Und auch sonst finden regelmäßig Gottesdienste statt. Auch Vermählungsfeiern und Begräbnisse werden hier abgehalten.
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