Im berühmten Zhongguancun, dem „Silicon Valley" von Beijing, befindet sich ein großes Gebäude, in dem mehr als 17.000 wertvolle Exponate ausgestellt sind – das chinesische Kommunikationsmuseum. In den über 7000 Quadratmeter großen Ausstellungshallen erfährt man alles über die Geschichte der Kommunikation in China.
An einer Wand in der Ausstellungshalle, in der die Ursprünge der Kommunikation in China beleuchtet werden, hängt ein großes Bild, auf dem die Nachrichtenübermittlung durch Signalfeuer dargestellt wird. Vor rund 3.000 Jahren, während der Zhou-Dynastie, setzte man häufig Signalfeuer und Rauchsignale zur Verbreitung von Informationen ein. Sobald feindliche Truppen auftauchten, entzündeten die Soldaten am ersten Pass der Verteidigungslinie, auf ihrem Turm ein Feuer. Die Soldaten am zweiten Pass gaben, das Feuerzeichen sobald sie es sahen weiter. Auf diese Weise lief der Alarm entlang der nordchinesischen Grenze von einem Turm zum nächsten. Sima Qian (145 v. Chr. – 87 v. Chr.) schrieb in seinem Werk „Shiji" – „Aufzeichnungen des Historikers", die Geschichte „König You hielt die Lehensfürsten mit einem Alarmfeuer zum Besten" nieder. Als die Lehensfürsten der Zhou-Dynastie Signalfeuer erblickten, mobilisierten sie sofort ihre Truppen, um dem König gegen den Feind zur Hilfe zu kommen. König You aber hatte die Feuer nur zünden lassen, um seine Lehensfürsten und ihre Truppen zum Besten zu halten und seine Konkubine zu belustigen. Als später wirklich Feinde in die Hauptstadt eindrangen, eilten die Lehensfürsten nicht mehr herbei und König You wurde getötet.
Während der Han-Dynatie vor etwa 2.300 Jahren entstand in China das Postwesen, überall im Land wurden Poststationen errichtet. Im Museum steht ein Modell eines alten Postwagens aus Kupfer. Kuriere ritten auf einem Pferd oder fuhren mit Postkutschen, um Briefe zuzustellen – allerdings nur offizielle Briefe. Es kam selten vor, dass ein einfacher Mensch eine Nachricht per Post übermitteln durfte.
Diese Situation änderte sich erst in der Qing-Dynastie, vor gerade mal etwas mehr als 100 Jahren. In den 90er Jahren des 19. Jahrhunderts wurde in China das erste Postamt errichtet, in dem sowohl von offizieller, als auch von privater Seite Post verschickt werden konnte. In einer Ausstellungshalle hängen die Postvorschriften aus dieser Zeit. Außerdem findet man dort alte Bilder der Postämter von Shanghai und Tianjin, das Postschiff des Kreises Wanxian im südwestchinesischen Sichuan sowie einen Benachrichtigungszettel für einen Expressbrief. Auch der Nachbau eines Beijinger Postamtes aus der Qing-Dynastie befindet sich im Museum. Es stand ursprünglich in Liubukou im Bezirk Xicheng. Damals gab es in Beijing ein Hauptpostamt mit zehn Filialen. Den Einwohnern der kaiserlichen Hauptstadt standen außerdem 26 normale und 123 Säulenbriefkästen zur Verfügung.
Spricht man über Telekommunikation, kommen einem sofort der Telegraph und das Telefon in den Sinn. Die Erfindung dieser Geräte läutete eine neue Ära der Kommunikation ein. Alte Telegraphen und Telefone zeugen von den Anfängen der chinesischen Telekommunikation. 1906 entsandte der Kaiser der Qing-Dynastie eine Delegation nach Schweden, um den ersten Kaufvertrag über ein Vermittlungspult für eine Telefonzentrale zu unterzeichnen. Es wurde in den Sommerpalast gebracht, aber nie verwendet. 1910 installierte man in der Verbotenen Stadt eine Telefonzentrale und sechs Telefone, die der letzte chinesische Kaiser Puyi oft benutzte. Im Kommunikationsmuseum steht ein Telefon mit Drachenmuster – das Geschenk einer norwegischen Telegraphenfirma an die Regierung der Qing-Dynastie.
Auch in Kriegszeiten ist Kommunikation wichtig, jede Armee hat Fernmeldesoldaten. Im Krieg gegen die japanische Invasion trugen chinesische Soldaten Fernmeldegeräte, die vom Feind erbeutet wurden. Im Museum sind viele dieser Geräte aus dem Krieg ausgestellt. Jedes hat seine eigene Geschichte.
In der modernen Informationsgesellschaft überschlagen sich die technischen Entwicklungen im Telekommunikationsbereich. Die Geschwindigkeit, mit der sich verschiedene Telekommunikationsanlagen entwickeln, ist rasant. Im Kommunikationsmuseum kann man sich davon überzeugen, hier kann man Kabel-Fernsehen, Bildtelefone für Sitzungen und andere neue Geräte selbst ausprobieren.
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