Der Hanjia-Hutong liegt im Westen der Qianmen-Hauptstraße und war ein Teil des Bada-Hutongs (ein bekanntes Rotlichtmilieu des alten Peking). Die Gasse erhielt ihren Namen zu Ehren des Qing-Gelehrten und Hutong-Bewohners Han Yuanshao, dessen literarisches Talent ihn zu einem Günstling des Kaisers Kang Xi gemacht hatte. Ein Arm des Liangshui-Flusses floss einst ebenfalls durch die Gegend und bildete nahe des Hutongs einen kleinen Teich. Deswegen hieß die Gasse auch bis 1965 Hanjia Tan, wobei das verlorengegangene "Tan" auf Chinesisch "Teich" bedeutet.
Der 80-jährige Zhang, der im Hutong geboren und aufgewachsen war, kann dies bestätigen: "In der Mitte der Straße gab es einen Brunnen, der vielleicht ein Übrigbleibsel des Teichs war", sagte er. Allerding sei im vergangen Jahr auch dieser Brunnen entfernt worden.
Während es so aussieht, als wüsste keiner der heutigen Bewohner mehr so genau, in welchem Haus Han einst gewohnt hat, so ist doch ein anderer Teil der Geschichte im kollektiven Gedächtnis sehr stark verwurzelt. Die Straße wurde nämlich während der späten Qing-Dynastie und der Zeit der Chinesischen Republik zum bekanntesten Rotlichtviertel der ganzen Stadt.
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