Mit Yu Yuan (御园, „Kaiserliche Gärten“) wird ein Gebiet dreier Gärten in Peking bezeichnet. Es ist unter der Bezeichnung "Alter Sommerpalast" bekannt. Die weitgehend zerstörten Gärten befinden sich im Norden der chinesischen Hauptstadt, nur wenige hundert Meter östlich des Neuen Sommerpalastes, in der unmittelbaren Nähe der Peking-Universität und der Tsinghua-Universität.
Es handelte sich um drei aneinandergrenzende umfangreiche Garten- und Palastkomplexe. Es sind folgende:
Yuanming Yuan (圆明园,"Garten der Vollkommenheit und des Lichts"), westlicher Bereich (etwa 200 Hektar). Der Name wird ungenau auch für den gesamten Gartenkomplex verwendet.
Changchun Yuan (长春园 "Garten des Ewigen Frühlings"), nordöstlicher Bereich (etwa 90 Hektar).
Qichun Yuan (绮春园 "Garten des Schönen Frühlings") oder Wanchun Yuan (万春园 "Garten der Zehntausend Frühlinge"), südöstlicher Bereich (etwa 60 Hektar).
Ferner existiert nördlich des Changchun Yuan ein schmaler Bereich, der Xiyang Lou heißt. Es handelt sich um einen europäischen Exotismus, der von Jesuiten für den Qianlong-Kaiser angelegt wurde.
Der Palast war während der Amtszeit mehrerer Kaiser der Qing-Dynastie ab 1709 errichtet und Zeit seines Bestehens ständig ausgebaut worden. Zuletzt umfasste er rund 140 Gebäude auf einer Fläche von 350 Hektar. Berühmt war der Alte Sommerpalast nicht nur für seine prächtigen Gärten Changchun Yuan und Qichun Yuan, sondern auch für seine kostbare Bibliothek.
Im Zuge des Zweiten Opiumkriegs ließ Kaiser Xianfeng hier 30 englische und französische Gesandte internieren und foltern, die nach dem Abschluss des Vertrags von Tianjin die Aufnahme diplomatischer Beziehungen vorbereiten sollten. Zwanzig Gefangene - sieben Franzosen und dreizehn Engländer - wurden getötet. Daraufhin legte im Oktober 1860 eine englische Division eines anglofranzösischen Invasionsheers unter der Führung von Lord Elgin mehrere Pekinger Palast- und Gartenanlagen, darunter den Yuanming Yuan selbst, in Schutt und Asche. Der Befehlshaber der französischen Truppen des Expeditionskorps General Montauban verweigerte die Teilnahme an dieser Vergeltungsaktion.
Im Zuge der darauffolgenden Plünderungen wurden neben Kunstschätzen aller Art auch jene kostbaren Uhren geraubt, die König Georg III. dem Kaiser Qianlong durch die Macartney-Mission als Geschenk übersandt hatte, die von diesem aber als „Tribut“ eines unterwürfigen Volkes gedeutet worden waren. Zur Beute zählte auch ein Pekinesen-Hündchen, das Königin Viktoria zum Geschenk gemacht und von dieser in Anspielung an die Plünderungen „Looty“ (englisch loot bedeutet „Kriegsbeute“) getauft wurde.
Zaghafte Versuche der Qing-Regierung, den Yuanming Yuan wieder aufzubauen, scheiterten an Geldmangel. 1900 wurden die Reste der Anlage von der zur Niederschlagung des Boxeraufstands entsandten Interventionsarmee endgültig zuerstört; die Ruinen dienten in der Folge als Steinbruch und lieferten teilweise auch Baumaterial für die Peking-Universität. Heute werden die auf dem Gelände verbliebenen Parkanlagen von der hauptstädtischen Bevölkerung als Ausflugsziel geschätzt.
Die Stätte des Alten Sommerpalastes steht seit 1988 auf der Liste der Denkmäler der Volksrepublik China
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