Gildenhallen oder -häuser sind zumeist inoffizielle Vertretungen einer chinesischen Stadt oder einer Provinz in Peking oder anderen bedeutenden Städten, wo sich reisende Kaufleute und Studenten auf Examinationstour in heimischem Ambiente trafen. Als Sun Yat-sen 1912 Peking besuchte, lebte er hier. Zhongshan ist die südchinesische Stadt bei Macao, in welcher Sun Yat-sen geboren worden war und die ihren ursprünglichen Namen Xiangshan gegen Zhongshan, den Vornamen ihres berühmten Sohnes Sun Zhongshan (südchin. Sun Yat-sen) eintauschte. Daher wurde auch die Gildenhalle dieser Stadt in Zhongshan-Gilden-Halle umbenannt. Die Halle ist nach Osten ausgerichtet. Die Anlage ist sehr kompakt gebaut. Sie besteht aus einem vorderen, mittleren und hinteren Hof. Die Stil der Gebäude zeigt innen wie außen einen starken Einfluß der Guangdong-Bauweise.
Im Jahr 1984 wurde die Halle zum hauptstädtischen Kulturschutzobjekt erklärt.
Die Restauration der Halle kam einem Neubau gleich, bei dem lediglich die Ostfassade mit dem Osttor erhalten blieb. Leider hat dieser Teil Xuanwus stark unter den Neubaumaßnahmen gelitten. Das alte Hutong-Flair ging durch flachendeckenden Abriss verloren. Selbst die alten Bäume, die man sonst ungeschoren lässt, wurden beseitigt. Man folgt zudem einer nicht selten zu beobachtenden Praxis: Der alte Bestand wird abgerissen, moderne Wohnhochbauten werden errichtet und in den Zwickeln werden neue Siheyuan und mit grauen Zementziegeln sogar bisher an Ort und Stelle nicht nachweisbare Tempelbauten errichtet und mit den üblichen Bambusstauden und Kiefern ausgestattet. Das Ergebnis ist unbefriedigend. Es zeugt trotz gegenteiliger Beteuerungen von dem Willen mit dem Alten endgültig aufzuräumen. Man hätte den modernen Wohnungsbau rücksichtvoller, integrativer und damit nachhaltiger betreiben können.
So betrachtet lohnt sich ein Besuch des Ortes lediglich dann, wenn man den Spuren Sun Yat-sens folgen möchte oder ein Beispiel moderner Pekinger Stadtsanierung unter Augenschein nehmen möchte.
In der Nähe der Gildenhalle befinden sich weitere Anlagen dieser Art, die temporär von berühmten Intellektuellen der chinesischen Geschichte bewohnt wurden (Tan Sitong, Kang Youwei)
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