Der Palast der Irdischen Ruhe (Kunninggong) ist der letzte der drei Hinteren Paläste und diente in der Ming-Dynastie als Schlafstätte der Kaiserinnen. Während der Qing-Dynastie wurde er für diesen Zweck nur jeweils drei Tage nach einer Kaiserlichen Hochzeit in Anspruch genommen.
Wie die Halle der Himmlischen Reinheit, so verfügt auch der Palast der Irdischen Ruhe über ein doppelstufiges Walmdach mit einer Höhe von 22 m. Er ist insgesamt nur etwas kleiner als sie.
Die Kaiser und die Kaiserinnen der Qing-Dynastie waren sehr abergläubisch. Gemäß dem Brauch der Mandschuren wurden in vier westlichen Räumen des Palastes Altäre eingerichtet, an denen täglich morgens und abends verschiedenen Göttern Opfer gebracht wurden. An den Opferriten am Neujahrsfest und im Frühling und Herbst nahmen auch der Kaiser und die Kaiserin teil. Eigens für diesen Zweck wurden Herde angelegt und Kuchen und Fleisch als Opfergaben zubereitet. Nach der Zeremonie verspeisten der Kaiser und die Kaiserin zusammen mit Fürsten, Ministern und Beamten diese Gerichte. Für die Morgen- und Abendopfergaben mussten jeweils vier Schweine geschlachtet werden, für groß angelegte Frühlings- und Herbst-Opferriten sogar 39 Schweine. Wie überliefert ist, versuchten schon mal Eunuchen, von dem für Opferzeremonien vorgesehenen Fleisch etwas aus der Verbotenen Stadt zu schleusen und zu verkaufen.
Die zwei östlichen Kammern heißen "Ostkammern der Wärme" und dienten als kaiserliche Hochzeitsräume.
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