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Xiyanglou
  发表日期:2021年2月14日  共浏览310 次   出处:www.seeinchina.com     【编辑录入:中华旅游网
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Xiyang Lou (西洋楼, „Westliche mehrstöckige Gebäude“, „westlich“ bedeutet hier „europäisch“) ist ein historischer Garten im Norden der chinesischen Hauptstadt Peking im Bereich des Yu Yuan (sogenannter „Alter Sommerpalast“). Gebäude und Gartenausstattung nach dem Entwurf von Giuseppe Castiglione vereinten die Baustile des europäischen Rokoko mit klassischer chinesischer Architektur. Die Anlage ist als Ruine erhalten.

Die Anlage umfasste einen 850 Meter langen Streifen am Nordrand des Changchun Yuan („Garten des immerwährenden Frühlings“). Die Gestalt des etwa zehn Hektar bedeckenden Gartens ist ein mit dem Fuß nach Osten weisendes „T“. Wesentliche Bestandteile waren Bauwerke im Stil des Spätbarocks, Wasserspiele und ein Irrgarten mit gemauerten Barrieren und mit einem Aussichtspunkt im Ziel.

Von 1737 bis 1766 arbeitete eine Gruppe Jesuiten als Missionare in China. Unter ihnen waren Giuseppe Castiglione (Shining Lang), die Franzosen Michel Benoist (Youren Jiang) und Jean-Denis Attiret (Zhicheng Wang), der aus Florenz stammende Ferdinand Bonaventura Moggi (Boming Li) und Ignaz Sichelbarth (Qimeng Ai), der deutscher Herkunft war (chinesische Namen in Klammern). Sie hatten das Vertrauen des Kaisers Qianlong gewinnen können, der die künstlerischen Fähigkeiten der Fremden schätzte. Unter Qianlong wurden zahlreiche Gärten im chinesischen Reich angelegt oder erweitert („Goldenes Zeitalter der Gartenkunst“).

Ein wichtiges Gestaltungsmittel in den kaiserlichen Gärten bestand in der Inszenierung von Landschaftsausschnitten, die charakteristisch für bestimmte Regionen oder Landschaften waren. Außer chinesischen Motiven existierten auch mongolische oder tibetanische Gestaltungen und Gebäude; die Einbeziehung einer europäischen Staffage fügte sich durchaus in das Konzept der (umfangreichen) Kaisergärten und Paläste und stand keineswegs im Widerspruch zum zeitgenössischen Sinozentrismus.

Die Planungen hatten 1747 begonnen. Die Abbildung eines europäischen Springbrunnens hatte Qianlong derart begeistert, daß er dieses in China bislang unbekannte Vergnügen von Wasserspielen auch an seinem Hof wünschte. Die Arbeiten, die von Castiglione geleitet und von chinesischen Arbeitern ausgeführt wurden, fanden in drei Phasen 1749–1751, 1755–1759 und 1767 statt. 1756 entschied Qianlong, dem Gelände den Charakter eines Gartens, Xī Yáng Yuán („Garten westlicher Art“) zu geben. Der südlich angrenzende, durch eine Mauer getrennte Chángchūn Yuán wurde im selben Zeitraum angelegt. Im Gegensatz zu den meisten Häusern, Hallen und Tempeln im Bereich des Yu Yuan verwendeten die Ordensbrüder nicht Holz sondern Stein als Material für ihre Bauwerke.

Die Gebäude „westlicher Art“ waren von ihren Grundrissen und Aussehen im Stil des italienischen Rokoko angelegt. Alle Dächer waren allerdings in chinesischer Form gestaltet, wodurch die Bauwerke ein exotisches Aussehen erhielten. Die zeltartigen, leicht ausschwingenden Dachformen fügten sich in das Gesamtbild der Gärten des Yu Yuan ein, der eine Landschaft von Wasserflächen, Bäumen und Büschen war, aus denen die Gebäudedächer hervortraten.


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