Der Tiananmen Platz, die Verbotene Stadt, der Sommerpalast. Dies sind alles bekannte, unbedingt zu besuchende Sehenswürdigkeiten in Beijing, aber natürlich auch voller Touristen. Hier stellen wir Ihnen ein paar Orte und Gegenden vor, die mindestens genauso interesaant sind, aber ein Geheimtipp bleiben.
Sie müssen zum Abendessen auf die Geisterstraße (Guijie) gehen. Tausende Laternen bringen die Straße in der Nähe des Lama Tempels abends zum Erleuchten. Vor den (fast ausschließlich) chinesischen Restaurants (es sind mehr als 100) stehen die Schlepper, die ihnen die Namen der Köstlichkeiten in die Ohren brüllen, um sie hinein zu locken. In der warmen Jahreszeit stehen etliche Tische auf der Straße, fliegende Händler verkaufen ihre Waren. Die Restaurants haben alle Speisekarten mit Bildern, und niemand übervorteilt ausländische Touristen, die eine überschaubare Minderheit auf der Straße bilden. Häufig sieht man auch chinesische Beamte, gestützt auf ihre Genossen, aus den Restaurants torkeln. Sich gnadenlos zu betrinken, ist auf der Ghoststreet gesellschaftlich akzeptiert.
Wer es gediegener und exklusiver mag, der sollte in der Bar des Park Hyatt in Jianguo-Soho einen Cocktail nehmen. Wenn die Luft klar ist, entschädigt der Blick auf das umstrittene, aber faszinierende China Central Television Headquarters-Gebäude (CCTV) für die hohen Preise. In den Möbelmanufakturen von Gaobeidian findet sich immer wieder auch ein Schmuckstück. Man kann durch die pragmatisch eingerichteten Ausstellungsräume schlendern und einen Blick in die Werkstätten werfen. Spannend ist auch ein Besuch im 70 Kilometer östlich von Peking gelegenen Dorf Donggaocun. Hier emfpangen große und winzige Geigenbauerbetriebe auch unangekündigt Touristen. Charmant sind besonders die kleinen Familienmanufakturen.
Das Studentenviertel Wudaokou im Nordwesten von Peking ist etwas für junge Leute. Hier trifft man in den Kneipen und Cafes ausländische Studenten aus aller Welt und viele Chinesen, mit denen man Englisch sprechen kann. Technikfreaks müssen unbedingt nach Zhongguancun (ebenfalls im Nordwesten), Pekings Antwort auf Tokios Stadtviertel Akihabara. Hier bekommt man in zahlreichen mehrstöckigen Kaufhäusern alles an Elektronik, was man sich wünschen kann. Man läuft wie in einem Tunnel vorbei an unzähligen Verkäufern, die "Sony", "Apple", "Samsung", "Computer", "TV", "DVD" und sonstwas flüstern oder brüllen. Ein echtes Abenteuer der Moderne.
Die alten Gassen mit ihren Wohnhöfen (Hutongs) sind das Herz und die Seele der Stadt. Wer extreme Eindrücke mag, der sollte mit einem Fahrrad in der Dunkelheit durch die vergnügungssüchtigen Menschenmassen von Sanlitun radeln, die Straße Dongzhimenwai hinunterfahren über den zweiten Ring in Richtung Ghoststreet und dort abbiegen in einen der Hutongs. Es ist wie auf einem anderen Planeten. Ruhe, Gelassenheit, keine Eitelkeiten, Männer in Unterhemden, Frauen in Schlafanzügen. Das ist Peking, wie es viele Jahrzehnte lang ausgesehen hat.
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