Der Sun Yat-sen-Park liegt westlich des Tian'anmen- Tors Beijing. In der Liao- und Jin-Dynastie war hier ein Heiligtum, und zwar der Tempel der Landesblüte (Xingguo Si), in der Yuan-Zeit wurde der Tempel in Tempel der Langlebigkeit und der Landesblüte umbenannt. In der Ming-Zeit wurde hier ein Altar hergerichtet, wo der Kaiser der Gottheit der Erde und den Gottheiten der fünf Getreidesorten opferte. 1914 wurde die Anlage für Besucher zugänglich gemacht. Seit 1928 wurde der Park nach Dr. Sun Yat-sen benannt, weil sein Leichnam einmal hier aufgebahrt gewesen war.
Der Park besteht aus der Halle des Dr. Sun Yat-sens, dem Altar des Landes und des Getreides (Sheji Tan), der Musikhalle, dem Pavillon der Ritualübung (Xili Ting), dem Orchidee-Stelenpavillon (Lanting Beiting), dem Grünhaus (Tanghua Wu) und Wandelgänge mit 307 Gefachten. Die Halle Dr. Sun Yat-sen war ursprünglich eine zu Beginn der Ming-Dynastie erbaute Opferhalle gewesen. Wo der Kaiser Opferzeremonien veranstaltete. Nach der Aufbahrung des Sargs von Sun Yat-sen hier erhielt sie den heutigen Namen. Das Altar des Landes und des Getreides ist mit fünffarbiger Erde bedeckt (gelb in der Mitte, grün in Ost, rot in Süd, weiß in West und schwarz in Nord), ein Sinnbild dafür, dass die Erde überall im Reich dem Kaiser gehörte. Der 1915 hierher verlegte Pavillon der Ritualübung, der eigentlich im Rittenministerium der Qing-Dynastie gestanden war, diente dazu, dass Beamte von auswärts und ausländische Gesandte, die zum ersten Mal nach der Hauptstadt kamen, um vom Kaiser empfangen zu werden, hier das Protokoll übten.
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