Der Sommerpalast, gelegen nordwestlich von Beijing, gehört zu den berühmten kaiserlichen Parks in China. Der Kunming-See und der Berg des Zehntausendfachen langen Lebens (Wanshou Shan) bilden die Kerngebiete des Parks. Mehr als 30 klassische Bauwerke ziehen sich hintereinander am Berghang empor oder gruppieren um den Kunming-See. Hier wird Menschenwerk mit der Natur eins. Die langen und kurzen Deiche unterteilen den See in drei Wasserflächen, auf jeder wurde eine Insel angelegt. Die drei Inseln versinnbildlichen die drei „Heiligen Berge im Meer", von denen ein alter chinesischer Mythos erzählt. Dies war eine Konstruktion, die die Sehnsucht der Kaiser nach der Unsterblichkeit zum Ausdruck brachte. Vom Fuß bis zum Gipfel des Berges stehen am Berghang hintereinander sieben herausragende Baugruppen mit dem Pavillon des Wohlgeruchs Buddhas (Foxiang Ge) im Mittelpunkt. Dieser Baukomplex ist ein Glanzstück in der chinesischen Gartenbaukunst und genießt auch weltweit ein hohes Ansehen.
Der ganze Park kann man in vier Bereiche aufteilen: Das Areal vom Osttor bis zur Halle der Menschlichkeit und des langen Lebens (Renshou Dian) war während der Qing-Dynastie der für Regierungsgeschäfte und Wohnen vorgesehene Bereich. Die Vorderseite des Berges ist am meisten bebaut und auch am kunstvollsten gestaltet. Hier kreuzen sich zwei Achsen: Der Lange Korridor (Changlang) und die von der Mitte dieses Korridors beginnende Süd- Nord-Achse. Auf der Süd-Nord-Achse sind Bauten verteilt: angefangen vom Tor der Zerstreuung der Wolken (Paiyun Men), gefolgt von der Halle der Zerstreuung der Wolken (Paiyun Dian), der Halle des Tugendglanzes (Dehui Dian) und dem Pavillon des Wohlgeruchs Buddhas (Foxiang Ge). Der relativ wenig bebaute Bereich des Hinteren Sees im Norden ist ein Reich der Pflanzen und bildet mit seinen gewundenen Pfaden einen scharfen Kontrast zum Prunk auf der Vorderseite des Berges. Ein weiterer Bereich besteht vorwiegend aus Tempelanlagen tibetischen Stils und seiner glasierten Schatzpagode (Liuli Baota).
Die Wasserfläche nimmt drei Viertel des ganzen Parks ein. Besonders reizvoll ist die Landschaft im Bereich des Kungming-Sees. Im Westen schweift der Blick bis zu den auf- und absteigenden Westbergen; im Norden leuchten Bauwerke am Berghang herüber. Der Westdeich (Xidi), den sechs formschöne Bogenbrücken zieren, schlängelt sich inmitten des Sees. Weiden- und Pfirsichbäume zu den beiden Seiten des Deiches spenden den Wanderern wohltuenden Schatten. Auf den drei vorhin erwähnten Inseln sind ebenfalls mit schönen klassischen Bauwerken bedeckt. Die Siebzehn-Bogenbrücke stellt nicht nur die Verbindung vom Ufer zur Südsee-Insel (Nanhu Dao) her, sondern ist eine touristische Attraktion an sich. Um den Wasserlauf im Hinterteil des Berges herum, der sich mit dem Vorderteil des Sees verbindet, verläuft die sogenannte Suzhou-Marktstraße, die mit Geschäften und Weinstuben übersät ist. Hier herrscht ein so reges Geschäftsleben, als ob man sich in einer Einkaufsstraße vor mehr als 200 Jahren befände.
Erstmals im Jahre 1914 den Besuchern geöffnet, wurde der Sommerpalast erst im Jahre 1924 ein öffentlicher Park. Nach der Gründung der Volksrepublik China wurden großangelegte Renovierungsarbeiten durchgeführt. Heute ist er eine Art „Parkmuseum" für den klassischen chinesischen Gartenbau und ein am vollständigsten erhaltener kaiserlicher Park in China.
Im Dezember 1998 wurde der Sommerpalast in die Liste der Weltkulturerben aufgenommen.
Reiseservice
Verkehr: Man fährt mit den Buslinien 332,333, 375 und 808 dorthin.
Tel.: 0086-10-62881144-611
Öffnungszeiten: Täglich von 6.00-20.00
Website: www.summerpalace-china.com
Quelle: eu-asien.de
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