Der Teil der Chinesischen Mauer im Gebiet von Badaling ist sehr solide gebaut.
Der obere Teil der Mauer besteht aus viereckigen Ziegeln, und an den steilen Abhängen befinden sich Aufgänge. An der Außenseite sind 2 m hohe Schießscharten zu sehen. An der Innenseite steht in Abständen je ein gewölbtes Tor mit Aufgängen, das den Bewachern zur Verfügung stand. Die Alarmfeuertürme standen meist auf den Gipfeln oder an höher gelegenen Stellen mit etwas Abstand zur Chinesischen Mauer. Kam es zu einem feindlichen Angriff, wurden auf den Alarmfeuertürmen Warnfeuer entzündet. Auf diese Weise konnte eine Meldung von Turm zu Turm bis zur Hauptstadt weitergeleitet werden.
In der Ming-Zeit wurden nicht nur Warnfeuer entzündet, sondern es dröhnten auch Geschützdonner. Durch ein Feuer und einen einmaligen Geschützdonner wurden hundert Feinde angezeigt, durch zwei Feuer und zweimaligen Geschützdonner 500 Feinde; bei 1000 Feinden stieg Rauch von drei Stellen auf, und es wurde dreimal geschossen; bei einer Truppe von über 5000 Mann sah man Rauch an vier Stellen aufsteigen und hörte viermal Geschützdonner dröhnen. Fünf Feuerstellen und fünfmaliger Geschützdonner zeigten eine feindliche Streitmacht von mehr als 10000 Mann an. Auf diese Weise konnte jede Information in einigen Stunden über eine Strecke von 500 km weitergeleitet werden.
An den wichtigsten Stellen der Chinesischen Mauer wurden Befestigungen angelegt. In der Nähe von Peking ist Juyongguan ein solcher Punkt. Die Festung Juyongguan liegt nördlich des Bergpasses Nakou und südlich des Bergpasses Badaling in einer 20 km langen schmalen Schlucht, die zu beiden Seiten von hohen Bergen eingeschlossen ist. Die mit Gras und Blumen bedeckten Berghänge verlaufen wie grüne Wellen.
In der Mitte der Schlucht steht eine steinerne Plattform, die den Namen Yuntai (Wolken-Terrasse) trägt. Sie war früher das Fundament eines Torturmes, der längst verfallen ist. Der untere Teil der Plattform ist eine Bogenkonstruktion. An der Plattform und innerhalb der Bogenkonstruktion finden sich schöne Reliefs und eingemeißelte buddhistische Lehrsätze in verschiedenen Schriften aus der Yuan-Dynastie, die von großem historischem Wert sind. Die Reliefs zeigen Elefanten, Drachen, den siebenköpfigen Drachenkönig, die vier Himmelshüter usw. Bei den Inschriften zwischen den vier Himmelshütern handelt es sich um buddhistische Lehrsätze in Sanskrit, Tibetisch, Xixia, Uigurisch und Chinesisch.
Quelle :china-reisefuehrer
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